FAZ 22.03.2026
01:27 Uhr

Liveblog Irankrieg: 48 Stunden – Trump setzt Iran Ultimatum für Öffnung von Straße von Hormus


Sonst werden laut Trump Kraftwerke zerstört +++ Weiterer Raketenangriff 50 Kilometer nördlich von Dimona +++ Zeitung: Britisches Atom-U-Boot ins Arabische Meer verlegt  +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: 48 Stunden – Trump setzt Iran Ultimatum für Öffnung von Straße von Hormus

Iran: USA und Israel sind verantwortlich für Lage in Straße von Hormus​Iran ist der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr zufolge zur Zusammenarbeit mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) bereit, um die Sicherheit im Golf zu verbessern. Die Straße von ⁠Hormus bleibe für alle Schiffe geöffnet, mit Ausnahme von jenen, die mit „Feinden Irans“ in Verbindung stünden, sagte der iranische IMO-Vertreter Ali Mussawi der Agentur zufolge. Die Durchfahrt sei nach vorheriger Abstimmung mit der Regierung in Teheran möglich. Mussawi macht zudem israelische und US-Angriffe auf Iran für die aktuelle ‌Lage in der Meerenge verantwortlich.

Straße von Hormus – Japan erwägt Minenräumung nach WaffenstillstandJapan könnte sich nach den Worten von Außenminister Toshimitsu Motegi an einer Minenräumung in der Straße von ⁠Hormus beteiligen. Voraussetzung sei jedoch ein Waffenstillstand in dem Krieg zwischen den USA, Israel und Iran, sagte Motegi. Japan importiert rund 90 Prozent seines Öls über die Meerenge, die Iran im Zuge des Krieges weitgehend geschlossen hat. US-Präsident ‌Donald Trump hatte die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zuvor gedrängt, sich stärker für die Öffnung der wichtigen Schifffahrtsroute zu engagieren.

Saudi-Arabien: Raketenangriff auf Riad – ein Flugkörper abgefangenDas saudische Verteidigungsministerium meldet den Beschuss der Hauptstadt Riad ⁠mit drei Raketen. Eine davon wurde abgefangen, teilt die Behörde mit. Die beiden anderen schlugen demnach in unbewohntem Gebiet ein.

Straße von Hormus: Iran kontert Trump mit Drohung gegen US-EnergieanlagenDas Vereinigte Kampfkommando der iranischen Streitkräfte droht ⁠für den Fall eines Angriffs auf die eigene Treibstoff- und Energieinfrastruktur mit Vergeltung. Dann würden sämtliche Energieanlagen der USA in der Region ins Visier genommen, berichten iranische Medien. US-Präsident ‌Donald Trump hatte auf der Plattform „Truth Social“ angekündigt, iranische Kraftwerke zu zerstören, sollte das Land die Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden vollständig öffnen.

Israel: Militär greift nach eigenen Angaben Ziele in Teheran anDas israelische Militär greift nach eigenen Angaben Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

Unbekanntes Geschoss trifft Schiff vor den EmiratenEin unbekanntes Geschoss trifft nach Angaben der britischen Seefahrtsbehörde UKMTO ein Schiff vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). ‌Der Vorfall ereigne sich 15 Seemeilen (rund 28 Kilometer) nördlich des Emirats Schardscha, teilt die Behörde mit. Die gesamte Besatzung sei unversehrt.

Israel untersucht Versagen der Luftabwehr nach iranischem AngriffDie israelische ‌Armee untersucht das Versagen ihrer Luftabwehr bei einem iranischen Raketenangriff. Bei der Attacke auf den Süden des Landes wurden Dutzende Menschen verletzt, darunter ​auch Kinder. Ein Armeesprecher erklärt, ⁠das System sei zwar aktiv gewesen, habe die Geschosse jedoch nicht abfangen können. Die iranischen ​Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten „militärische Einrichtungen“ ins Visier genommen.

Zeitung: Britisches Atom-U-Boot ins Arabische Meer verlegtGroßbritannien hat einem Zeitungsbericht zufolge ein atomgetriebenes U-Boot ins Arabische Meer ‌verlegt. Das ‌mit Tomahawk-Marschflugkörpern ausgestattete U-Boot ermögliche Langstreckenangriffe, sollte der Konflikt in der Region eskalieren, ​berichtet die ⁠Zeitung „Daily Mail“. Eine Stellungnahme des britischen Verteidigungsministeriums liegt zunächst nicht ​vor.

Iran: Mehr als 1500 Tote seit KriegsbeginnIn Iran sind seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar nach offiziellen Angaben mehr als 1500 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien mehr als 200 Menschen im Alter von unter 18 Jahren, teilte der iranische Staatssender Irib unter Berufung auf das Gesundheitsministerium auf der Plattform X mit. 21.000 weitere Menschen seien verletzt. Mehr als 220 medizinische Zentren hätten evakuiert werden müssen. 21 medizinische Mitarbeiter seien tot, berichtete der iranische Sender weiter.

Trump: Haben Iran „von der Landkarte gefegt“ US-Präsident Donald Trump schreibt auf seiner Online-Plattform Truth Social, die USA hätten Iran „von der Landkarte gefegt“. Er habe seine Ziele erreicht, schreibt Trump „und zwar Wochen vor dem Zeitplan.“ Irans Führung, Marine und Luftwaffe sei vernichtet worden, „sie haben absolut keine Verteidigung mehr, und sie wollen einen Deal abschließen. Ich will das nicht!“ so Trump weiter.In dem Post nimmt Trump außerdem Bezug auf einen Journalisten der „New York Times“, David Sanger, der behauptet habe, Trump hätte seine Ziele nicht erreicht. Er kritisiert ihn als „unbedeutenden Analysten“.

Weiterer iranischer Angriff auf israelische Wüstenstadt – mehr als 60 VerletzteIn Israel sind bei weiteren iranischen Angriffen am Abend in der Wüstenstadt Arad mindestens 60 Menschen verletzt worden. Die Verletzungen seien verschieden schwer, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete von schweren Zerstörungen. Es gebe zudem Vermisste.Die Such- und Rettungskräfte des israelischen Heimatfrontkommandos seien auf dem Weg zu den Einschlagstellen im Süden Israels, hieß es von der israelischen Armee. Davor wurden bereits in der südlichen Wüstenstadt Dimona mehr als 40 Personen bei einem iranischen Raketenangriff verletzt. Arad liegt rund 50 Kilometer nördlich von Dimona. 

Mindestens 40 Verletzte bei Raketeneinschlag nahe israelischer AtomanlageBei einem iranischen Raketenangriff auf Israel am frühen Abend sind mehr als 40 Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten bei dem Vorfall in der Stadt Dimona im Süden Israels sei ein zehnjähriger Junge, der durch Splitter einer eingeschlagenen Rakete schwer verletzt worden sei, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Eine Frau sei mittelschwer verletzt worden, die anderen Menschen hätten leichte Verletzungen davongetragen. Die „Jerusalem Post“ berichtete, ein Gebäude in Dimona sei infolge des Einschlags eines Geschosses eingestürzt. Im Bereich der israelischen Wüstenstadt Dimona befindet sich ein israelischer Atomreaktor, der als extrem gut geschützt gilt und mutmaßlich Teil des Atomprogramms ist. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Abend auf der Plattform X mit, es lägen keine Hinweise auf Schäden am Nuklearforschungszentrum Negev vor. Informationen regionaler Staaten zufolge seien keine ungewöhnlich hohen Strahlungswerte festgestellt worden, hieß es weiter. IAEA-Chef Rafael Grossi rief zu größter militärischer Zurückhaltung auf, „insbesondere in der Nähe von Nuklearanlagen“.Am Vormittag hatte Iran seinerseits einen Angriff auf die iranische Atomanlage Natans gemeldet. Die israelische Armee teilte am Abend auf Anfrage mit, sie habe Natans nicht angegriffen.

US-Militär: Mehr als 8.000 iranische Ziele angegriffen Das US-Militär hat bei seiner mittlerweile dreiwöchigen Offensive gegen Iran nach eigenen Angaben mehr als 8.000 Ziele angegriffen. Darunter befänden sich auch 130 iranische Schiffe, sagte der Befehlshaber des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. „Dies ist die größte Zerschlagung einer Marine innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen seit dem Zweiten Weltkrieg“, fügte er hinzu.Cooper bekräftigte das Ziel, die iranische Bedrohung des freien Warenverkehrs durch die Straße von Hormus zu bekämpfen. Anfang der Woche habe das US-Militär mehrere 5.000-Pfund-Bomben auf eine unterirdische Anlage an der iranischen Küste abgeworfen und zerstört. Diese sei von Teheran genutzt worden, um etwa Raketenwerfer und andere Ausrüstung zu lagern, die eine „erhebliche Gefahr“ für die internationale Schifffahrt dargestellt hätten.